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Der widerspruchsvolle Begriff "Internet-Literatur" enthält somit die Aufforderung, das kollektive Gedächtnis der Gutenberg-Galaxis daraufhin zu befragen, was es wert sei, aufgehoben zu werden in die glänzende Zukunft gleich hinter dem nächsten Link zur Informationsgesellschaft. Damit verbindet sich keine Bedingung, diesen Übergang oder das Netz selbst zum Thema des Wettbewerb-Beitrags zu machen. Alle Themen und alle Formen sind zugelassen.
Reiner Text, der sich ohne jeden Verlust auf Papier ausdrucken lässt, wird es allerdings schwer haben, die Jury von seiner Preiswürdigkeit in Rahmen dieses Wettbewerbs zu überzeugen. Denn der Appell, beim Übergang zu neuen Formen des Ausdrucks, der Kommunikation und der schöpferischen Kooperation, die Erfahrungen und den Reichtum der Tradition nicht zu übersehen, bedeutet nicht, diesen Prozess selbst zu ignorieren.



Michael Charlier
http://www2.zeit.de/bda/int/zeit/littwett/ausschr.html